5. Monitoring: Wirkung sichtbar machen

Monitoring bedeutet, Fortschritt und Wirkung so zu dokumentieren, dass eine Initiative lernen, kommunizieren und politisch argumentieren kann. Es muss nicht kompliziert sein. Entscheidend ist, vor einer Aktion festzulegen, was beobachtet wird.

Screenshot des LTN-Tools mit einem Low-Traffic-Neighbourhood-Szenario für Wien.

Das LTN-Tool hilft, Verkehrsfilter und Umleitungen in einem Grätzl-Szenario zu testen. Quelle: A/B Street LTN Tool.

Was gemessen werden kann

Für Superblocks, Tactical Urbanism und Street Design eignen sich einfache Indikatoren:

  • Verkehrsmengen: Wie viele Autos, Räder und Fußgänger:innen nutzen einen Abschnitt?
  • Geschwindigkeit und Konflikte: Wo wird zu schnell gefahren, wo entstehen gefährliche Situationen?
  • Aufenthaltsnutzung: Bleiben Menschen stehen, sitzen sie, spielen Kinder, entstehen Gespräche?
  • Klima und Komfort: Gibt es Schatten, Hitzeinseln, Grün, Trinkwasser, Lärmreduktion?
  • Unterstützung: Wie viele Menschen unterschreiben, kommen zu Treffen, teilen Inhalte oder bieten Hilfe an?
  • Politischer Fortschritt: Welche Anträge, Gespräche, Zusagen oder Verwaltungsprüfungen gibt es?
IndikatorEinfache MethodeGutes Ergebnisformat
DurchzugsverkehrZählung zu zwei festen ZeitfensternZahl, Foto, Karte
AufenthaltsqualitätBeobachtung vor Ortkurze Notizen und Zitate
Hitze und KomfortSchattenkarte, Fotopunkte, TemperaturvergleichVorher-Nachher-Bildpaar
UnterstützungGespräche, Unterschriften, TreffenListe mit Rollen und Kontakten

Minimaler Monitoring-Plan

  1. Ausgangslage dokumentieren: Fotos, Karte, kurze Problemnotiz, erste Zählung.
  2. Zielwert definieren: Zum Beispiel weniger Durchzugsverkehr, mehr sichere Querungen oder mehr Unterstützer:innen.
  3. Methode festlegen: Verkehrszahlung, Rundgang, Interview, Straßenradar, Vorher-Nachher-Fotos oder Medienmonitoring.
  4. Verantwortliche bestimmen: Eine Person koordiniert Daten, eine Person Fotos, eine Person Zitate und Kontakte.
  5. Ergebnisse aufbereiten: Eine Seite reicht oft: Problem, Methode, wichtigste Zahlen, Fotos, Forderung.
  6. Lernen: Was muss an Forderung, Aktion oder Bündnisarbeit angepasst werden?

Monitoring als Mobilisierung

Monitoring kann selbst eine Aktion sein. Eine Verkehrszahlung auf der Straße bringt Menschen ins Gespräch. Ein Rundgang mit Nachbar:innen macht Probleme gemeinsam sichtbar. Eine Karte mit Gefahrenstellen kann neue Unterstützer:innen gewinnen.

Werkzeuge aus der Reihe

  • Verkehrszahlungen nach Vorbild von Changing Cities
  • Gesprächsleitfäden für Gewerbetreibende und lokale Akteur:innen
  • Leiwander Straßen Radar für schnelle Vor-Ort-Bewertung
  • Superblock-Grundkarte und LTN-Tool für räumliche Szenarien
  • Vorher-Nachher-Dokumentation für Tactical-Urbanism-Aktionen

Video

Die Workshopankündigung nennt für den dritten Termin Mobilisierung und Monitoring-Tools. Im öffentlich recherchierbaren Material war kein verifizierbarer Videolink sichtbar. Fügt den Link hier ein, sobald die Aufnahme veröffentlicht oder intern freigegeben ist.